Dichtungsringe / Flanschdichtungen, IT-Dichtungen, Klingerit
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Dichtungsringe, auch IT-Dichtungen, CAS-Dichtungen (compressed asbestos fibre sheets) oder Klingerit(Markenname) genannt enthielten bis zum Verbot von Asbest praktisch immer Asbest. Auch bei neueren Anlagen muss damit gerechnet werden, dass diese Asbest enthalten, da nicht selten Vorräte von Dichtungsringen auch deutlich nach 1991 (z.T. bis heute) noch gelagert und verwendet wurden. Auch ist es möglich, dass neuere, aus dem Ausland (z. B. China) importierte Dichtungsringe Asbest (Chrysotil) enthalten.

Normale Nutzung

Bindungsart Asbest: In der Regel festgebunden

In gewissen Fällen, insbesondere Heizungsanlagen findet man auch schwachgebundene (kartonartige) Dichtungen. Diese schwach gebundenen Dichtungen können ev. schon bei normaler Nutzung Fasern freisetzen.

Umbau / Rückbau

Je nach Zustand der Dichtungsringe kann es bei einem Öffnen der Flansche zu einer starken Faserfreisetzung kommen, weil die Dichtungen zerreissen.

Die Dichtungsringe müssen generell als asbestverdächtig in den Diagnosebericht aufgenommen werden.

Beproben

Eine Beprobung ist in den meisten Fällen nicht möglich, ohne die Rohrleitung zu demontieren. Da ältere Dichtungsringe aber praktisch systematisch Asbest enthalten und die Sanierung nicht sehr teuer ist, lohnt sich eine Beprobung nur wenn eine grosse Anzahl von Dichtungsringen zu behandeln sind. Es wird empfohlen, eine allfällige Beprobung erst nach dem Ausbau des ganzen Flansches, bei einer Sanierungsfirma durchführen zu lassen. Dabei ist zu beachten, dass in einem Gebäude oft sehr viele unterschiedliche Typen von Dichtungsringen verbaut wurden. Für eine repräsentative Aussage müssen also relativ viele Flansche geöffnet und bzgl. Dichtungsringen beprobt werden. Alternativ können alle Flanschdichtungen als asbesthaltig klassiert und behandelt werden

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Einzelne Dichtungsringe: Oranger Bereich: Instruierte Handwerker gemäss SUVA Factsheet 84053.

Mehrere / viele Dichtungsringe:

  • Entweder: Schneiden der Rohre auf beiden Seiten der Flansche. Anschliessend:
    • Flansche einer Sanierungsfirma übergeben.
    • Flansche direkt ins Recycling bringen (mit Kanton und Schmelzerei.
  • Oder: Arbeiten direkt durch eine Suva-anerkannte Sanierungsfirma ausführen lassen.

Gemäss Information vom BAFU dürfen solche Dichtungsringe zusammen mit dem Metall in "geeigneten Schmelzöfen" eingeschmolzen werden. Es wird davon ausgegangen, dass das Einschmelzen zu keiner messbaren Faserfreisetzung in der Umgebung der Anlagen führt. Dieses Vorgehen muss aber mit den kantonalen Behörden und der Schmelzerei abgesprochen werden.

Ansonsten: Entsorgung (nach Ausbau) in Deponie Typ E.

Allgemeine Bemerkung: In der Westschweiz gilt die interkantonale Vollzugshilfe «Entsorgung von asbesthaltigen Abfällen» vom Dezember 2016. Für die Deutschschweiz und das Tessin existiert zum jetzigen Zeitpunkt keine vergleichbare Vollzugshilfe. Das BAFU erarbeitet zur Zeit entsprechende Vorgaben (Vollzugshilfe «Entsorgung asbesthaltiger Abfälle» zur VVEA). Sobald diese Angaben des BAFU vorliegen, werden diese in Polludoc integriert. Bis dahin sind die in der Deutschschweiz in der Praxis gängigen Entsorgungswege und -vorgehen auf Polludoc aufgeführt (keine Berücksichtigung von kantonalen Spezialanforderungen ausser für die Kantone der Romandie). Zudem sind bzgl. Entsorgung auch die Suva-Factsheets 33063 und 33064 zu berücksichtigen. Die Angaben hier sind daher mit Vorsicht zu geniessen.

Photos
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