Anstriche
Vorläufige Version. Zur Vernehmlassung freigegeben

Über den Umfang von Asbesteinsatz bei Farben und Anstrichen liegen ausser bei Korrosionsschutzanstrichen (bei welchen Asbest regelmässig enthalten ist) und bei Teer- bzw. Bitumenanstrichen (vgl. separates Faktenblatt) kaum Daten vor. Der Kenntnisstand ist zur Zeit zu gering um gezielt dort Proben zu entnehmen, wo mit asbesthaltigen Farben und Lacken zu rechnen ist. An dieser Stelle wird der aktuelle Wissensstand kurz zusammengefasst:

Asbest wurde öfter in Anstrichen von Rohrleitungen bei Industrieanlagen, aber auch in der Haustechnik eingesetzt. Insbesondere bei Lacken ist mit Asbestzusatz zu rechnen: Asbest hat die thixotrope Eigenschaft verbessert, die Farben ziehen sich dann selbst zu einer glatten Oberfläche zusammen. Betroffen sind lackierte Flächen, z.B. lackierte Holztüren, Rohrleitungen, sichtbare Stahlträger etc. Auch in Bleimennige auf alten Stahlflächen wurde schon Asbestzusatz ermittelt. Bei Dispersionsfarben erscheint ein Asbestzusatz eher nicht erforderlich um die Eigenschaften zu verbessern. Daten dazu liegen jedoch nicht vor. (Quelle: Altbausanierung 11: Trocken, warm und dicht! 27. Hanseatische Sanierungstage)

Quelle: Altbausanierung 11: Trocken, warm und dicht! 27. Hanseatische Sanierungstage

In einem anderen Artikel Hier werden als asbesthaltig vor allem "Textured paints" (Anstriche mit Struktur) aufgeführt. Andere sind aber nicht explizit ausgeschlossen.

In einem weiteren Artikel werden "Popcorn-Decken-Anstriche" (ebenfalls ein strukturierter Anstrich) mit Asbest beschrieben.

Normale Nutzung

Bindungsart Asbest: festgebunden.

Keine Gefährdung der Gesundheit so lange in gutem Zustand. Messungen haben ergeben, dass selbst unter physischem Einfluss (etwa in Turnhallen, Spitälern) und bei lokaler Beschädigung keine messbaren Mengen an Asbestfasern freigesetzt werden.

 

Umbau / Rückbau

Bei kleinen Arbeiten (Bohren in den Anstrich) wird von einer geringen Faserfreisetzung ausgegangen (oranger Bereich, einige 100 bis einige 1000 LAF/m3).

Beim Abspitzen oder Schleifen einer asbesthaltigen Farbe ist mit einer hohen Asbestfaserfreisetzung zu rechnen (roter Bereich).

 

Empfehlung zur Zeit:

  • Korrosionsschutzfarben: Beproben und analysieren (Asbest und weitere Schadstoffe).
  • Falls Farben auf Verputz: Farbe zusammen mit Verputz beproben und untersuchen lassen (in einem zweiten Schritt ev. Schichtanalyse).
  • Wenn Hinweise auf Asbest (z.B. wenn bekannt dass Brandschutzanstrich): Beproben und analysieren
  • Bitumen/Teeranstriche: vgl. separates Faktenblatt
  • Für alle andere Farben: z.Z. keine Empfehlungen (vgl. Einführung).

Vorgehen gemäss SUVA Merkblatt 84052:

  • Überstreichen: Möglichst unterlassen
  • Abbeizen, Ablaugen: Oranger Bereich
  • Schleifen, Abkratzen, Bohren: Roter Bereich. Suva-anerkannte Sanierungsfirma gemäss EKAS Richtlinie 6503, Kap 7.

Staub: Deponie Typ E gemäss SUVA Factsheet 33065.

Bruchstücke von Mauerwerk: Deponie Typ B gemäss SUVA Factsheet 33064 (kantonale Ausnahmen möglich). In der Romandie Deponie Typ E.

In Gebäuden mit Spritzasbest können Anstriche als Sekundärkontamination Asbest enthalten.

Gewisse Anstriche können auch PCB und Schwermetalle enthalten. Bei Materialien, die sowohl PCB, Schwermetalle als auch Asbest enthalten, muss die Sanierung und insbesondere auch die Entsorgung mit der Suva und den lokalen Behörden abgeklärt werden.

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